Nero Feuer und Flamme für Rom

Schockierende Neuigkeiten haben unsere Redaktion gerade erreicht: Eine gewaltige Feuersbrunst hat weite Teile unserer geliebten Stadt in Schutt und Asche gelegt. Jupiter weiß, dass Feuer hier eigentlich keinen Nachrichtenwert mehr haben, aber diesmal war es anders. Diesmal sind große Teile der Innenstadt vernichtet. ( Tacitus Annales 15,38)

Und was das Ganze noch schlimmer macht: Angeblich ist unser Kaiser dafür verantwortlich! (Sueton, Nero 38) Befeuert werden diese Gerüchte von der Tatsache, dass Nero sich zum Zeitpunkt des Brandes gar nicht in Rom aufhielt. Hatte er jemanden beauftragt, für ihn das Feuer zu legen und verließ dann die Stadt, um jeden Verdacht von sich abzulenken? Angeblich soll er das Feuer auch nicht nur gelegt haben, sondern gleichzeitig auch noch den Niedergang von Troia besungen haben. Beweist dies nicht seinen verkommenen Charakter? (Tacitus Annales 15,39)

Das Feuer begann in der Gegend unserer geliebten Wagenrennbahn, dem Circus Maximus und breitete sich dann sehr schnell aus. Gerechterweise muss gesagt werden, dass auch der Palast des Kaisers von der Zerstörung betroffen war. Möglicherweise war dies aber nur ein weiteres Ablenkungsmanöver, genau wie die Reise des Kaisers zum richtigen Zeitpunkt. Und das alles, während viele römische Bürger in den Flammen ums Leben kamen!

Ist das das Ende unserer geliebten Heimat? Große Teile der Stadt liegen in Schutt und Asche und ein Wiederaufbau wird Jahre dauern. Hoffen wir, dass Nero nicht nur talentiert darin ist, den Niedergang von Troia zu besingen, sondern auch darin, den Überlebenden zu helfen und für einen Wiederaufbau der Stadt zu sorgen. Denn wo sonst würde man leben wollen? Bei den Barbaren sicher nicht.

Ins Wasser gefallen – Unrühmliches Ende eines Feldzugs

Nicht das erste Mal fragte sich unsere Redaktion, ob unser Kaiser Caligula (26) noch alle Amphoren im Keller hat. Dabei fing alles so gut an, als endlich wieder ein Feldzug anstand, um die Barbaren in Germanien zu unterwerfen.

Doch schon auf dem Weg dorthin zeigte sich einmal mehr, dass Gaius Caesar Germanicus trotz seiner militärischen Erziehung wohl doch nicht zum Heerführer geboren war. Dabei war er doch als kleines Kind in Soldatenlagern aufgewachsen und hatte dort schon von klein auf die Kleidung eines Soldaten getragen. Dadurch war er erst zu seinem Spitznamen Caligula gekommen. Doch gebracht hat das offenbar nicht besonders viel.

Statt seine Soldaten zu schonen für den Einsatz im Kampf, mussten sie sich schon auf dem Weg dorthin in Gewaltmärschen verausgaben, während der Kaiser und Heerführer in einer Sänfte getragen wurde. Doch selbst die Sänfte bot ihm offenbar nicht genug Schutz. Stattdessen wurden in jedem Ort Bewohner gezwungen, vor dem Kaiser die Straßen zu kehren, damit sich auch ja kein Staubkorn bis zu ihm verirrte. Diese Leute wären sicher besser eingesetzt gewesen, für die Versorgung der erschöpften Soldaten zu sorgen. (Sueton, Caligula 43)

Doch auch in Germanien konnte sich der Kaiser nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Statt tatsächliche Barbaren zu bekämpfen, ließ er zunächst schwere Geschütze auf das Meer richten und seine Soldaten dann als Kriegsbeute Muscheln sammeln. Offenbar hatte das Meer beim Anblick von Caligulas Artillerie kapituliert. (Sueton, Caligula 46)

Wie man eine so stolze Armee dermaßen erniedrigen kann, entzieht sich der Kenntnis unserer Redaktion. Die römische Armee ist immer noch die beste Armee der bekannten Welt und unsere Soldaten werden von einem Größenwahnsinnigen zum Muscheln sammeln verdonnert? Was für Zeiten werden mit diesem Kaiser noch auf uns zukommen?

Aufs falsche Pferd gesetzt

Da hat wohl jemand die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wie unserer Redaktion kürzlich zugespielt wurde, wollte der unlängst verstorbene Gaius Caesar Augustus Germanicus (†28), genannt Caligula, sein Lieblingspferd Incitatus zum Konsul ernennen lassen. (Cassius Dio, 59, 14, 7)

 

Damit hat sein Treiben rund um seinen grünen Liebling einen unrühmlichen Höhepunkt gefunden. Wie schon zuvor bekannt geworden war, ließ er unschuldige Nachbarn bedrohen, die angeblich die Nachtruhe seines Favoriten gestört hatten. Aus seinem nächsten Umkreis wurde uns zugespielt, dass er mit Incitatus mehr Zeit verbrachte als mit seiner Frau. Und während das Volk von Rom kaum weiß, wo es die nächste Mahlzeit hernehmen soll, bekam sein geliebtes Rennpferd nur das erlesenste Futter vorgesetzt. Gerüchten zufolge soll es sogar vergoldet gewesen sein, gefressen in seinem marmornen Palast aus einer Krippe aus Elfenbein. (Sueton, Caligula 55)

 

Wirklich qualifiziert wäre Incitatus für das Amt wohl nicht gewesen. Soweit bekannt, beschränken sich seine Fähigkeiten darauf, in einem Wagenrennen den Sieg für die Grünen zu erringen. Dies ist gewiss eine sehr nützliche Tätigkeit, lenkt sie das Volk doch von der täglichen Mühsal ab. Aber für ein Amt als Konsul braucht es dann doch etwas mehr als flinke Beine und Reichtum. Wobei man sich ja bei einigen Kandidaten für das Amt nicht so ganz sicher sein kann, ob sie mehr Qualifikationen für dieses so hohe Amt erfüllen als Incitatus.

 

Was das Ergebnis dieser wahnwitzigen Pläne gewesen wäre, werden wir dank des unerwartet frühzeitigen Todes von Caligula wohl nicht mehr erfahren. Wer weiß, vielleicht wäre ein Rennpferd ja doch ein guter Konsul geworden?